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Verabschiedung Direktor Laudi und Einführung Direktor Brandenstein

Direktor Eckart Laudi in den Ruhestand verabschiedet, Nachfolger Pierre Brandenstein ins Amt eingeführt
 
Direktor Laudi mit Enkel
Souverän meisterte Direktor Laudi die Situation, als
sein Enkel Philipp ihn während seiner Ansprache besuchte.
  
Landgerichts Präsident Holger Gassmann
Landgerichts Präsident Holger Gassmann (rechts) überreicht
dem scheidenden Direktor Laudi die Ruhestandsurkunde.
 
Gassmann Brandenstein
 Landgerichtspräsident Holger Gassmann (rechts) überreicht Pierre Brandenstein seiner Urkunde zur Ernennung zum Direktor des Amtsgerichts.
 
Selten ist die Direktorenstelle des Kirchhainer Amtsgerichts derart nahtlos wiederbesetzt worden. Am 30. April geht Eckart Laudi in den Ruhestand. Sein Nachfolger Pierre Brandenstein kommt zum 1. Mai. Gestern gab´s den vorweggenommenen Stabswechsel.
 
Annähernd zehn Jahre lang hat Eckart Laudi das Kirchhainer Amtsgericht als Direktor geleitet. Er hat rund fünfunddreißig Mitarbeiter geführt. Und er hat gerichtet über Gauner, Ganoven und "Gefallene", die sich läutern lassen und denen eine einzige Sitzung auf der Anklagebank fürs ganze Leben reicht.
 
Glaubt man den Festrednern, die sich gestern Mittag in Laudis beruflichem Refugium, dem großen Sitzungssaal im ersten Stock, zu Abschied und Neubeginn eingefunden hatten, dann ist der scheidende Direktor über all die Jahre nicht nur in seiner schwarzen Richterrobe und hinter der Gesetzessammlung ein Mensch geblieben. Für den Präsidenten ist die Zukunft des Amtsgerichts gesichert. Landgerichtspräsident Holger Gassmann, würdigte Laudis richterliche Kompetenz und den angenehmen Umgang. Die Direktoren-Kollegen an den umliegenden Amtsgerichten werden in ihrem Kreis Laudis launige Ansprachen vermissen. Für die Kirchhainer Richter war er ein Kollege, der stets mit angepackt und als Direktor für sich nie besondere Rechte geltend gemacht hat. Die Mitarbeiter, die Laudi geräuschlos zu führen verstand, verehrten ihrem "Vorarbeiter" ein Gartengerät, auf das er auch in seinem Ruhestand nicht untätig bleibe. Der Anwaltsverein erinnerte an Laudis Zeit als Familienrichter und dessen Mahnung: "Geschieden habe ich sie jetzt, aber über ihre Kinder bleiben sie trotzdem weiter verbunden." Und Laudi selbst blieb wie immer launig, bescheiden, dankbar. Nonchalant nahm er, noch am Rednerpult stehend, seinen Enkel auf den Arm, denn der hatte es am Ende der einhalbstündigen Redezeit auf Papas Schoß nicht mehr ausgehalten.
 
Bei alledem blieb Nachfolger Pierre Brandenstein ein wenig im Schatten. Landgerichtspräsident Gassmann hatte ihm immerhin die Urkunde aus dem hessischen Justizministerium mitgebracht. Brandenstein ist seit einem Jahr weiterer aufsichtsführender Richter am Landgericht Marburg. Er begann seine berufliche Laufbahn in der Finanzverwaltung, verließ die Fachhochschule als Diplom-Finanzwirt, war als Steuerinspektor tätig und sattelte ein Jura-Studium auf. Nach Stationen an mehreren hessischen Gerichten wurde Brandenstein vor sechs Jahren in Marburg zum Richter auf Lebenszeit ernannt.Zwischendurch war er ins hessische Justizministerium abgeordnet. In Marburg hat er sich als Spezialist für die Modernisierung der Justizverwaltung einen Namen gemacht.
 
Über Fortbestand und Zukunft des Kirchhainer Amtsgerichts muss sich nach Einschätzung des Landgerichtspräsidenten derzeit niemand Gedanken machen. Der Landgerichtsbezirk Marburg ist nach Fulda zwar der zweitkleinste Bezirk in Hessen. Ein weiterer Rückzug der Justiz auf der Fläche sei aber mit Blick auf die geforderte bürgernahe Versorgung nicht zu befürchten, erläuterte Gassmann.


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